Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) wird den Zugang zu weiteren Daten aus Experimenten mit Large Hadron Collider (LHC) ermöglichen. Im Rahmen einer aktualisierten Richtlinie werden die Daten etwa fünf Jahre nach ihrer Erfassung veröffentlicht, und das CERN hofft, den vollständigen Datensatz „bis zum Ende des betreffenden Experiments“ öffentlich veröffentlichen zu können. Die wichtigsten LHC-Mitarbeiter ALICE, ATLAS, CMS und LHCb befürworteten den Umzug.

Das CERN wird Daten der Stufe 3 zur Verfügung stellen, die es jedem ermöglichen, eine „qualitativ hochwertige Analyse“ von Informationen durchzuführen, die aus Large Hadron Collider-Experimenten erhalten wurden. Stufe 3 bezieht sich laut CERN auf „kalibrierte rekonstruierte Daten mit dem Detaillierungsgrad, der für algorithmische, Leistungs- und Physikstudien nützlich ist“. 

Die Organisation gibt jedoch keine Rohdaten frei. Die Open-Data-Richtlinie besagt, dass es „praktisch nicht möglich ist, den vollständigen Rohdatensatz aus den LHC-Experimenten außerhalb seiner Zusammenarbeit auf sinnvolle Weise nutzbar zu machen“. Dies liegt unter anderem an der Komplexität der Daten, Software und Metadaten sowie an Zugriffsproblemen auf die riesigen Mengen gespeicherter Informationen. LHC-Mitarbeiter haben auch keinen allgemeinen Zugriff auf die Rohdaten. Stattdessen wird die Zusammenstellung von Daten der Ebene 3 „zentral durchgeführt“.

Dennoch schlägt das CERN vor, dass Daten der Stufe 3 beispielsweise die Teilchenphysikforschung unterstützen können. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Datensatz auch für die wissenschaftliche Computerforschung verwendet werden könnte. Forscher können beispielsweise auf die Daten zurückgreifen, um „Rekonstruktions- oder Analysemethoden auf der Grundlage maschineller Lerntechniken zu verbessern“. Die Organisation stellt fest, dass der Ansatz umfangreiche Datensätze für die Schulung und Validierung benötigt.

Proben von Daten der Stufen 1 und 2 waren bereits verfügbar. Stufe 1 bezieht sich auf unterstützende Daten für Ergebnisse, die in wissenschaftlichen Artikeln veröffentlicht werden. Stufe 2 bezeichnet unterdessen dedizierte Datensätze, die für Kontakt- und Bildungszwecke konzipiert sind. 

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